Bäume und Bänke kommen vom Eigelstein über Ehrenfeld nach Nippes
Wanderbäume

Die Wanderbaumallee – hier zwei Module, die in Ehrenfeld stehen – könnte es demnächst auch im Bezirk Nippes geben.
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Nippes - (rs). Auch in Nippes sollen Bäume wandern, so schlägt es die
Fraktion von Bündnis 90/Grüne in der Bezirksvertretung vor. In aller
Gemütlichkeit am Fuße eines kleinen Baumes sitzen, wo sonst Pkw
geparkt sind, das geht in Köln seit einem guten Jahr. Am
Eigelsteintor, in Ehrenfeld und auch am Rathenauplatz hat die
Wanderbaumallee, ein Projekt des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Halt
gemacht.

Für ein paar Wochen darf eine Art rollende Bank mit einem
Blumenkasten in der Mitte, in dem ein Baum gepflanzt ist, an einem Ort
stehen bleiben. „Wir haben darüber eine Abmachung mit der Stadt“,
so Dirk Fröhlich von der Initiative. Dafür wird ein Parkplatz
besetzt und durch das Sitzbank-Baum-Modul in einen Ort zum Verweilen
umgewandelt. Derzeit besteht die Wanderbaumallee aus 20 Modulen.

Unterstützt wird das Projekt vom Amt für Landschaftspflege und
Grünflächen und der Koordinationsstelle Klimaschutz.
Auch für den Bezirk Nippes soll es möglich sein, temporär die
Aufstellung der Wanderbaumallee zu ermöglichen, weil die
Bezirksvertretung dem Antrag der Grünen zugestimmt hat. Für die
Auswahl der Standorte soll, koordiniert vom Amt für Straßen und
Verkehrsentwicklung, das von der Stadtverwaltung mit der Initiative
Wanderbaum vereinbarte Verfahren zur Anwendung kommen.

Allerdings ist dabei unbedingt die Mithilfe der Anwohner, die eines
der Module in ihrer Straße haben wollen, notwendig. Wer einen
Wanderbaum haben möchte, müsse sich auch um den Baum kümmern, so
Dirk Fröhlich. „Das heißt regelmäßig gießen und aufpassen, dass
nichts kaputt gemacht wird.“

Ausgangspunkt der Wanderbaumallee war die Frage, wie man auf die
Schnelle graue und zubetonierte Gegenden in der Stadt begrünen
könne. Der VCD für Köln hatte darauf mit einer einfachen Lösung
geantwortet: „Man geht mit Bäumen auf Wanderschaft.“ In
ausreichend große und bewegliche Kisten werden ansehnliche Bäume
gepflanzt, und diese können mobil an beliebigen Standorten in der
Stadt aufgestellt werden. Diese pfiffige und zugleich
umweltfreundliche Aktion kann in Zukunft also auch in Nippes starten,
um Straßenraum und Stadtgestaltung so einmal anders erlebbar zu
machen. 

Handwerklich umgesetzt wird die Wanderbaumallee von den
Gemeinnützigen Werkstätten Köln und dem Verein Jugendhilfe Köln.
Sie bauen die mobilen Module, die als Handkarren gelten und daher auch
im öffentlichen Straßenraum bewegt und abgestellt werden dürfen. An
den Standorten angekommen, werden die Module mit Stützen und
Zusatzgewichten gegen Wegrollen und Kippen gesichert.

Durch den modularen Aufbau können je nach Ortsgegebenheiten die
Aufbauten variiert werden, so dass eine Absicherung zur Fahrbahn hin
möglich ist, versichert der VCD. Bei der Auswahl der Bäume sei es
ihm wichtig, dass sie Insekten als Nahrungsquelle dienen können.
Natürlich müssten die Bäume sowohl stadtklimafest als auch geeignet
für ein temporäres Stehen in Pflanzsäcken sein und sollten mit
Hinblick auf den Klimawandel möglichst zunehmende Hitzeperioden
vertragen. Aktuell können unter anderem ein Maulbeerbaum, Zieräpfel,
Zierkirschen und eine Blasenesche von Ort zu Ort wandern.

Die Bezirksvertretung Nppes nahm den Antrag trotz heftiger Kritik
unter anderem der CDU-Bezirksvertreter (was soll das, das ist weder
ökologisch noch nachhaltig und nur Geldverschwendung) an. Demnächst
können also auch im Bezirk Nippes Bürger unter Wanderbäumen
chillen.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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