Mutige Rennfahrer
Tollkühne Kinder rollten in verrückten Kisten das Tälchen hinab

Mut gehört schon dazu, sich in einer Holzkiste mit vier Rädern hinab ins Nippeser Tälchen, einem alten Rheinarm, rollen zu lassen, auch wenn der Höhenunterschied nur knapp acht Meter beträgt. 
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  • Mut gehört schon dazu, sich in einer Holzkiste mit vier Rädern hinab ins Nippeser Tälchen, einem alten Rheinarm, rollen zu lassen, auch wenn der Höhenunterschied nur knapp acht Meter beträgt. 
  • Foto: Schriefer
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Nippes - (rs). Wer seine Seifenkiste liebt, der schiebt sie. Denn bevor er in
dem Gefährt ohne Motor den Abhang hinab rollen kann, muss er die
Kiste erst einmal die Strecke hinauf schieben. Das war beim
Seifenkistenrennen im Nippeser Tälchen, wo es knapp 300 Meter hinauf
zum Start am Bürgerzentrum Altenberger Hof geht, für Theo und Alin
Schwerstarbeit. Denn die Seifenkiste, die die Schüler der
Lise-Meitner-Gesamtschule aus Kölns jüngstem Stadtteil Finkenberg
gebaut haben, war ein mächtiges, dem Bulli-Bus nachempfundenes
Monstrum mit Platz für zwei Insassen. „Wir haben sie zu hundert
Prozent aus nichts anderem als in der Schule gefundenem Material
gebaut“, sagte der fünfzehnjährige Theo.
Nicht minder monströs war der Panzer, den Davide, Schüler der
Hauptschule Großer Griechenmarkt, auch bekannt als Schule in der
Kaygasse Nummero Null, unter Anleitung von Phillipe van Loo vom Verein
Conaction gebaut hat. Neben seinem Panzer sahen die windschnittigen
Seifenkisten der Kids aus der Hauptschule Reutlinger Straße im
Bilderstöckchen beinahe winzig und filigran aus.
Etwa 20 Seifenkisten habe er mit den Schülern aus den drei Schulen
gebaut, sagte Phillipe van Loo, Rennleiter des Seifenkistenrennens.
„Dabei haben sie Fertigkeiten im Holz- und Metallbau erworben, haben
Einblicke in das Handwerk des Malers und Lackierers erhalten und waren
auch Designer.“ Lohn der Mühe während des vergangenen Schuljahres
war die Teilnahme am „Smart Racing Cologne“ genannten
Seifenkistenrennen im Nippeser Tälchen. Das hat der Verein Conaction
in diesem Jahr bereits zum vierten Mal organisiert und es mit einem
offiziellen Vorlauf zur NRW-Meisterschaft des Dachverbandes für
Motorlosen Rennsport, dem Deutschen Seifenkisten Derby, veredelt.
Während es bei den etwa 60 Profis, die im Nippeser Tälchen an den
Start gingen, um Zehntelsekunden ging, war die Herausforderung für
die Schüler eine ganz andere. „Sie müssen vier Mal fahren, zwei
Mal auf der rechten und zwei Mal auf der linken Spur“ erklärte
Phillipe van Loo. Gewonnen habe nicht derjenige, der am schnellsten,
sondern derjenige, der am gleichmäßigsten gefahren sei. Am
wichtigsten, sagte er, sei sowieso, dass die Schüler beim Bauen einer
Seifenkiste Spaß haben und etwas lernen.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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