Immer noch zu laut
Eine Initiative warnt weiterhin vor zuviel Fluglärm

Der Fluglärm insbesondere in der Nacht, beschäftigt weiterhin die Gremien und Parteien.
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Longerich - (rs) Es freue sie, dass die Themen Fahrradwege, autofreie
City-Straßen, Wohlfühlzonen für Fußgänger und das Grün in der
Stadt in die Sondierungsgespräche der Stadträte der Grünen mit CDU
und VOLT einzufließen scheinen, so Regina Bechberger vom Ortsverband
Köln-Nord der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln-Bonn.
„Nichtsdestotrotz möchte ich darum bitten, dass auch der
Nachtfluglärm und der durch Flugverkehr ausgestoßene Ultrafeinstaub
dazu gehören müssen“, sagt die ehemalige Bezirksvertreterin der
Grünen in der BV Nippes. Denn aus der Bevölkerung hätte sie
besorgte Nachfragen erreicht, ob Maßnahmen dagegen auch Bestandteil
der Sondierungsgespräche gewesen seien, die von den Grünen im Rat
der Stadt mit den Vertretern anderer Parteinen geführt wurden, oder
ob sie eventuell ausgeklammert wurden.

Vertreter von Grünen, CDU und VOLT hatten bereits in der letzten
Ratssitzung des vergangenen Jahres einen Antrag über die Schaffung
einer effektiven Lärmminderung - besonders in der Kernnachtzeit –
gestellt. Darin wurde die Verwaltung beauftragt, als Gesellschafter
der Flughafen Köln/Bonn GmbH zum einen die Umsetzung einer
effektivere Fluglärmminderung – vor allem in der Nachtkernzeit 23
bis 5 Uhr – und zum anderen eine wirksame Klimaschutzstrategie
voranzutreiben. Weil Fluglärm auch ein Problem für den Stadtteil
Longerich ist, sollte sich nach Auffassung von Regina Bechberger auch
die Bezirksvertretung Nippes damit beschäftigen. Zwar hat sich die
Anzahl der Passagierflugzeuge durch die Corona-Pandemie drastisch
reduziert, geblieben aber sei die Lärmbelästigung durch
Frachtflieger, die Nacht für Nacht über Longerich einfliegen.
Dennoch wird von den Logistik-Unternehmen eine signifikante Erhöhung
der nächtlichen Start- und Landeentgelte für Passagiermaschinen
gefordert.

Eine Möglichkeit für eine Verbesserung sehen die Antragssteller im
Rat der Stadt in deutlich erhöhten Gebühren für sehr laute Fracht-
und Passagiermaschinen. Zusätzlich solle die Geschäftsführung des
Flughafens darauf hinwirken, dass besonders laute Fracht- und
Passagiermaschinen künftig nicht mehr am Flughafen Köln Bonn
eingesetzt werden, so die Vertreter von Grünen, CDU und VOLT. Die
Antragsteller erwarten unter anderem eine detaillierte Darstellung der
tatsächlich gezahlten Lärmzuschläge in Euro am Tag und in der Nacht
für Passagiermaschinen und die Höhe des Gesamtentgelts pro Start und
Landung in der Nacht.

Die Berichterstattung zu diesen Maßnahmen, so die Forderung der
Antragsteller, müsse dem Wirtschaftsausschuss und dem
Verkehrsausschuss mindestens jährlich vorgelegt werden. Auch solle
die Klimastrategie fortgeschrieben werden. „Der Flughafen soll bis
2035 Klimaneutral werden“, fordern die Kommunalpolitiker.
Vorrangiges Ziel sei die Reduzierung des nächtlichen Fluglärms zum
Schutz der Anwohner, und hierbei ganz besonders die Reduktion des
nächtlichen Lärmpegels in der Nachtkernzeit von 23 bis 5 Uhr Uhr
bezogen auf das Jahr 2019 vor Beginn der Covid-19-Pandemie.

Auch in der BV Nippes findet das Thema Fluglärm Beachtung. „Der
Nachtfluglärm ist in Weidenpesch, Niehl und Longerich viel zu stark.
Durch Corona ist dies nur vorübergehend besser. Auch wenn die
Bezirksvertretung selbst dazu nichts entscheiden kann - ich werde
Initiativen gegen den Fluglärm unterstützen.“, sagt
Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert.

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RAG - Redaktion

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