Abschied vom Bürgermeister
Stephan Vehreschild: Abschied und Neubeginn

Der künftige und der scheidende Bürgermeister: Matthias Großgarten und Stephan Vehreschild.  | Foto: Bracker
  • Der künftige und der scheidende Bürgermeister: Matthias Großgarten und Stephan Vehreschild.
  • Foto: Bracker

Niederkassel. Mit über 14 Jahren Amtszeit hat der scheidende Bürgermeister Stephan Vehreschild Maßstäbe in Niederkassel gesetzt und große Fußstapfen hinterlassen.

Nachdem am 10. Dezember Matthias Großgarten für die Zeit ab dem 1. Januar zum neuen ersten Bürger der Stadt gewählt wurde, nahm Vehreschild nun in der letzten von ihm geleiteten Ratssitzung Abschied.

Alle fanden gute und dankende Worte für sein Tun: Dano Himmelrath wies auf die bei den drei Bürgermeisterwahlen für Vehreschild überzeugenden Prozentzahlen hin. Jeweils lag er deutlich über 50 Prozent - bei der zweiten Wahl sogar bei 65 Prozent Zustimmung der Bevölkerung. Er betonte, dass Vehreschild nicht nur ein Bürgermeister gewesen sei sondern ein Mensch, der andere Menschen zusammengeführt hat. Dem pflichtete auch Frieder Reusch (SPD) bei und ergänzte, dass Vehreschild ein umgänglicher Mensch sei, der ganz Niederkassel duzt und den nie jemand wütend gesehen habe. Simone Mazzoleni (Bündnis90/GRÜNE) wünschte mit dem Zitat von Gabriel García Márquez „Weine nicht, weil es vorüber ist, sondern lächle, weil es schön war“ dem scheidenden Bürgermeister für die Zukunft alles Gute. Auch Jürgen Bergmann (FDP) wünschte alles Gute und verwies darauf, dass auch eine „Eingewöhnung“ in den heimischen Alltag seine Tücken habe.

Zum Abschluss seiner Amtszeit sprach Niederkassel Aktuell noch einmal mit Bürgermeister Stephan Vehreschild:

Herr Vehreschild, Sie wurden vor mehr als 14 Jahren zum Bürgermeister gewählt. Was ist für Sie das wichtigste Ereignis, wenn Sie zurückdenken?Da kann ich kein Ereignis besonders herausheben. Jeder einzelne Tag war erfüllt mit Erlebnissen und Entscheidungen die unterschiedlich waren. Es gibt unzählig viele Erinnerungen an die vergangenen 14 Jahre und 3 Monate. Für mich war jedes Ereignis in seiner Herausforderung einzigartig und wertvoll.

Ist es im Laufe der Jahre schwieriger geworden, das Amt auszuführen?Auf jeden Fall. Die Aufgaben haben sich erheblich verschoben und erfordern enorm viel Kraft und Standhaftigkeit. Ebenso sind aber Empathie und Toleranz notwendig.

Sind die Aufgaben vielfältiger geworden? Wenn ja, in welchen Bereichen? Ich glaube das weiß ein jeder aus seiner eigener Erfahrung. Wir hatten im letzten Jahrzehnt Ereignisse, die uns bis dato fremd und unbekannt waren. Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie, das Kriegsereignis in der Ukraine, also bei uns in Europa, mit der daraus folgenden Energiekrise und auch in diesem Jahr der Nahostkonflikt. Alle diese Dinge haben uns auf kommunale Aufgabe erreicht, wir haben sie angenommen und die an uns gestellten Herausforderungen bewältigt.

Welche der Amtsbereiche haben sich inhaltlich besonders verändert? Die veränderten Herausforderungen spiegeln sich in allen Fachbereichen wider. In unterschiedlicher Intensität aber letztendlich überall.

Was sind die schwierigsten Anforderungen an den Bürgermeister von Niederkassel?Jede Aufgabe ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Wichtig ist, dass alle Hand in Hand arbeiten und gut aufeinander abgestimmt agieren. Dies alles muss der Bürgermeister gut organisieren und im Tagesgeschäft aktiv gestalten. Bei 700 Mitarbeitern ist das schon eine Herkulesaufgabe. Alles Tun und Handeln muss immer zum Wohle der Stadt und besonders zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger geschehen.

Was ist das schönste Ereignis, das Sie in Ihrer Amtszeit erleben durften? Ich verlasse an dieser Stelle mal die Politik und die Verwaltung. Meine schönsten Erlebnisse waren die Geburten meiner sechs Enkelkinder.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Amtshandlung? Ja, ich habe am 21. Oktober 2009 als erstes die Leitung des wöchentlichen Verwaltungsvorstandes übernehmen dürfen (müssen). Danach war ich von den vielfältigen Themen und Problemen des Tagesgeschäftes in der Verwaltung geflasht.

Wie wird sich Ihr Leben ab Januar im Ruhestand gestalten?Die nächsten Monate werde ich mich intensiv um meine Gesundheit kümmern, denn ohne diese werden meine Pläne für die Zukunft mit Familie und Freunde nicht funktionieren. Was dann alle möglich und machbar ist lasse ich dann auf mich zukommen.

Redakteur/in:

Irmgard Bracker aus Niederkassel

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.