Protesttag zur Barrierefreiheit
Die Barrieren in den Köpfen abbauen

Hat ein interessiertes Publikum: Ute Schlömer.
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Bonn (we). Mehr als 20 Organisationen stellten ihre Aktivitäten zur Barrierefreiheit auf Bonns Münsterplatz vor. Dazu eingeladen hatte die Behindertengemeinschaft Bonn e.V., ein Verein, der der Stadt angegliedert ist. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Menschen und Organisationen zu vernetzen, um das Ziel aller, die Barrierefreiheit, zu erreichen.“ Was Heike Braun von der Behindertengemeinschaft meint und ihr Vorstandsvorsitzender Sandor Krönert sogleich bestätigt, ist die Barriere in den Köpfen der Menschen, die es Menschen mit und ohne Handicap schwer macht, zueinander zu finden. „Wir meinen alle Menschen, nicht nur die mit der sogenannten Behinderung. Alles soll für alle machbar sein, das eben ist die Teilhabe, die wir für alle anstreben.“

Wie funktioniert das praktisch? Das weiß beispielsweise Ute Schlömer, die für die Stadtwerke Bonn mit einem Bus auf dem Münsterplatz Übungen für Rollatorenberutzer*innen abhält. „Ich zeige den Rollatorfahrer*innen, wie sie ohne Probleme in den Bus kommen und wieder raus“, sagt sie. Vor allem die Kommunikation sei dabei wichtig, die Kommunikation zwischen Bus-Fahrer*in und Rollatornutzer. „Der Fahrer weiß doch gar nicht, was ich will, der ist ja kein Hellseher. Also muss ich ihm sagen, dass ich einen Moment länger brauche als andere.“ Die Busse selbst sind meist absenkbar und die Haltestellen barrierefrei zu nutzen. Aber das trifft nicht auf alle Rollatoren zu. „Es gibt Kunden, die mit Geräten in den Bus wollen, die ausschließlich für den Gebrauch in der Wohnung bestimmt sind“, weiß Ute Schlömer. „Damit kommt man in keinen Bus.“

Helga Weigelt hat ihren Rollator seit rund einem Jahr. Weil ihre Knie kaputt sind. „Ich habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Manche Fahrer nehmen Rücksicht, andere nicht. Es ist schon aufwändiger als früher für mich, in den Bus zu kommen. Aber wenn man bestimmte Verhaltensweisen einhält, geht das.“ Sie kippt zum Beispiel ihren Rollator, wenn sie in den Bus eintreten will.

Andere Projekte beschäftigen sich mit der Barrierefreiheit in Kinder- und Jugendeinrichtungen. „Wir veranstalten workshops für Fachkräfte, haben etliche Projekte, um die Barrierefreiheit lebendig, also erlebbar und anfassbar zu machen“, sagt Ruth Dobrindt vom „Forum Inklusion lebendig machen“. Ihre Initiative heißt „Inklusion im Zelt“. Ob Retina oder die Karre, ob das Rote Kreuz oder die Diakonie und die Lebenshilfe, sie alle haben sich das gedeihliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap auf die Fahnen geschrieben. Allen geht es darum, die vielfach existierenden Schranken in den Köpfen niederzureißen, um Menschen mit Behinderungen wahre Teilhabe zu ermöglichen. Menschen mit Behinderungen sind nicht nur solche mit Schwerbehindertenausweis.

„Auch Menschen mit chronischen Leiden gehören dazu“ sagt Heike Braun. Bonns OB Katja Dörner repräsentierte bei ihrem Besuch der Veranstaltung die Bemühungen der Stadt, die Barrierefreiheit zum Wohle aller zu fördern.

Hat ein interessiertes Publikum: Ute Schlömer.
Gerade im Bereich der Mobilität erfordert es viel Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahem, damit alle sicher und gut ans Ziel kommen.
Redakteur:

RAG - Redaktion

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