160 Jahre Beueler Schifferverein
Wieder mit Volldampf voraus

Drei neue „Beueler Seelen“ (von links): Peter Kunze, Monika Krämer-Breuer und Holger Willcke.
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  • Drei neue „Beueler Seelen“ (von links): Peter Kunze, Monika Krämer-Breuer und Holger Willcke.
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[p]Beuel (fes). 160 Jahre wird der Schiffer-Verein Beuel in diesem Jahr alt. Umso mehr freuten sich der Vorsitzende Käpt’n Reiner Burgunder und Pressesprecher Claus Werner Müller, dass es nach zwei Pandemiejahren nun wieder richtig los gehen wird. Zahlreiche Veranstaltungen stehen auf dem Programm, am Ostersamstag geht es direkt los um 14 Uhr mit dem traditionellen Anhissen am Schiffermast an der Nepomuk-Statue.

Auch die Jahreshauptversammlung, die 2020 und 2021 ausfallen musste, im Zeughaus der Bonner Stadtsoldaten sorgte für eine überraschend große Resonanz: „Wir hatten für 80 Leute Plätze vorbereitet, am Ende kamen über hundert Teilnehmer“, freute sich Müller. Mit knapp 600 Frauen und Männern ist der Schiffer-Verein der mitgliedsstärkste, älteste Beueler Traditionsverein.

Zunächst wurde ein neuer Vorstand gewählt. Im Amt bestätigt wurden einstimmig sämtliche Vorstandsmitglieder. Käpt’n Reiner Burgunder hält die Ruder des Vereins für eine weitere Legislaturperiode fest in der Hand. Auch Schatzmeisterin Katrin Scheurer bleibt weiter an Bord. Burgunders Stellvertreter Claus Werner Müller, zudem auch aktiv als Pressesprecher und Geschäftsführer, wollte eigentlich aus Altersgründen nicht mehr kandidieren, ließ sich nach vielen Gesprächen aber dann doch noch mal davon überzeugen weiterzumachen. Er wird in den kommenden Jahren Dieter Westermann als seinen Nachfolger einarbeiten.


„Beueler Seelen“ verliehen


Der Höhepunkt war natürlich wie immer die Verleihung des Verdienstordens der „Beueler Seele“. Jährlich ehrt der Verein maximal drei Beuelerinnen und Beueler, die sich außerordentliche Verdienste erworben haben. Nicht nur Vereinsmitglieder können diese Würdigung empfangen: „Alle, die Herausragendes für die Beueler Tradition, das Brauchtum und für die Integration mit Humor und Wortwitz mit rheinisch sozialem und christlichem Hintergrund geleistet haben, können in den Genuss dieser Ehrung kommen“, erklärte Reiner Burgunder in seiner Laudatio.

Gleich doppelten Grund zur Freude hatte Monika Krämer-Breuer, sie ist nicht nur eine der drei ausgezeichneten „Seelen“, sondern feierte am selben Tag auch ihren 75. Geburtstag. Die Beueler nennen sie liebevoll „et Möhn“. Nachdem sie drei Perioden dem Bonner Stadtrat und etlichen Ausschüssen angehört hatte, wurde die CDU-Politikerin nach ihrem Ausscheiden mit dem Titel „Stadtälteste“ gewürdigt. „Ihre Anliegen sind meine Aufgaben“, lautete stets das Credo der engagierten Beuelerin. Aktuell setzt sich ein für den örtlichen Hospizverein, im Partnerschaftskomitee Beuel-Mirecourt, im Freundeskreis Pützchen, im Freundeskreis Mevasseret Zion, Sankt Augustin, im Fördervereinen des Beethoven- und des Rhein-Sieg-Gymnasiums sowie dem Schifferverein. Die Förderung und Weiterentwicklung der Beueler Weiberfastnacht liegt ihr besonders am Herzen.

Als „Mann mit vielen Talenten“ gilt Peter Kunze und das nicht nur in Vilich-Müldorf wo ihn alle als „Dopfi“ oder als „Bauer Dopfer“ kennen. Dort betreibt er seit vielen Jahren den „Lisa-Rosa-Hoff“. „Er liebt sein Beuel heiß und innig, ist traditionsbewusst, natur- und heimatverbunden und ein echtes Original“, betonte Laudator Burgunder.

Engagiert in vielen Vereinen seit mehr als 40 Jahren gründete „Dopfi“ die Gesangsgruppe „Bottemelch’s Jonge“, schon immer lagen ihm der rheinische Dialekt sowie die Dorfjugend, für die er Freizeiten und Zeltlager organisierte, am Herzen. Er zeigte den Pänz wie man Brombeergelee oder Holundersaft macht und verwies die Geschichte von der „lila Kuh“ in das Reich der Fabeln.

„Wer kennt ihn nicht im Beueler Vereinsleben, in der Politik, der Verwaltung und in den Institutionen?“ Gemeint hatte Claus Werner Müller den „rasenden Reporter“ Holger Willcke vom Bonner General-Anzeiger. Der Redakteur sei das „wahrhafte Beueler Sprachrohr in Wort und Bild“, der unverfälscht, bürgernah und ehrlich über seinen Beritt berichtet. Zudem liegt dem bekennenden Rheinländer das Brauchtum am Herzen etwa als Senator der „Schwarz-Gelbe-Jonge“ in der TSV Bonn rechtsrheinisch oder für die Ehrengarde der Stadt Bonn. Höhepunkte seiner „Brauchtumskarriere“ waren die Mitgliedschaft im Millenniums-Dreigestirn 1999/2000 zusammen mit seiner Frau Mo in seinem Wohnort Bockeroth und als Prinz Karneval von Bonn 2007/2008.

Drei neue „Beueler Seelen“ (von links): Peter Kunze, Monika Krämer-Breuer und Holger Willcke.
Traditionsbewusst: Am Ostersamstag heißt es wieder Anhissen am Rheinufer.
Redakteur:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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