"Das Ding muss weg!"
Lokalpolitiker beschließen neuen Standort für die Werbesäule

Die Werbesäule am Heinrich-Lübke-Ufer liegt in einer Verschwenkung und behindert Radfahrer in ihrer Sicht auf den entgegenkommenden Radfahrer oder Fußgänger.
  • Die Werbesäule am Heinrich-Lübke-Ufer liegt in einer Verschwenkung und behindert Radfahrer in ihrer Sicht auf den entgegenkommenden Radfahrer oder Fußgänger.
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Rodenkirchen/ Marienburg - (sb). „Ich spreche für alle Fraktionen. Das Thema beschäftigt
uns schon gut zwei Jahre. Alle sagen: Das Ding muss weg!“, erklärte
Manfred Giesen (Grüne) auf der vergangenen Sitzung der
Bezirksvertreter. Zum wiederholten Mal beschäftigten sich die
Lokalpolitiker mit der Werbesäule am Rheinufer auf Höhe des
P&R-Platzes in Marienburg.

Die Säule gefährde die Radfahrer, weil sie sie stark in ihrer Sicht
einschränke und könne möglicherweise Hochwasserschutz-Aktivitäten
behindern, bemängelten nicht nur die Lokalpolitiker, seit die Säule
dort 2016 aufgestellt wurde, sondern auch zahlreiche Bürger. Bei
einem Ortstermin mit Verwaltung und der Firma Ströer, Betreiber der
Säule, im Mai des vergangenen Jahres wurde ein neuer, möglicher
Standort für den Werbeträger ermittelt: auf der Grünfläche auf der
gleichen Straßenseite, in unmittelbarerer Nähe der Bushaltestelle.
Die Versetzung sollte Ströer zahlen. Vor einigen Wochen jedoch, also
über ein Jahr nach dem Ortstermin, meldete das Grünflächenamt
Bedenken an: Der neue Standort liege in einem Landschaftsschutzgebiet,
dort sei es allgemein verboten, Werbeanlagen zu errichten. Eine
Werbesäule würde die an der Stelle vorhandene Lindenallee stören
und das Landschaftsbild verunstalten, so die Verwaltung. Bei dem
Ortstermin habe man keine Zustimmung geäußert, sondern zugesagt, den
Standort zu prüfen. „Da fehlt mir das Verständnis. Bei dem Termin
gab es keinerlei Einwände. Und jetzt, erst ein Jahr später, kommt
das Grünflächenamt mit Einwänden, nachdem wir zusammen mit der
Firma Ströer im Glauben waren, der neue Standort sei in Ordnung“,
ärgerte sich Karl-Heinz Daniel (FDP). „Die Firma hat einen Vertrag
mit der Stadt, den die Stadt noch nicht ganz erfüllt hat, aber die
Firma zahlt schon den vollen Preis. Wenn jetzt noch eine Säule weg
soll, möchten sie gleich einen Ersatzstandort“, informierte Giesen.
Harald Dietrichkeit vom Grünflächenamt der Stadt Köln wies noch
einmal darauf hin, dass der vorgeschlagene Standort sich in einem
Landschaftsschutzgebiet befinde und man visuell die Allee schützen
wolle. „Aber man kann verhandeln, es gibt immer eine Möglichkeit
für Ausnahmen“, sagte er. Carolin Ramrath (Grüne) wandte ein, die
Bezirksvertreter sollten Ausnahmen im Landschaftsschutzgebiet nicht
tolerieren und schon gar nicht selbst vorschlagen. „Wir sollten
nicht die Fehler der Verwaltung ausbaden. Ich bitte darum, dass in
Zukunft Standorte genauer geprüft werden“, sagte sie. Sie werde
sich bei der Abstimmung enthalten. Fraktionskollege Giesen stimmte ihr
zu, dass der neue Standort vom Grünaspekt nicht so günstig sei und
er die Widerstände des Grünflächenamtes verstehe. Aber wichtig sei
der Sicherheitsaspekt, so Giesen. „Dafür beißen wir in den sauren
Apfel“, meinte er. Die Fraktionen SPD, CDU, Grüne und FDP
beantragten die Versetzung an den ermittelten Ersatzstandort, der
Antrag wurde - bei Enthaltung von Carolin Ramrath - einstimmig
angenommen.

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RAG - Redaktion

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