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Hürther Ausbildungsbörse: Umworbener Nachwuchs

Helge Hill (links), Obermeister der Elektrotechnischen Handwerke im Rhein-Erft-Kreis, Lothar Odenthal, stellvertretender Obermeister der Metall-Innung und Kreislehrlingswart Klaus Friedrich (rechts) verteidigten in einer angeregten Diskussion am viel beachteten Gemeinschaftsstand der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft die Ausbildung und Zukunftschancen in den Handwerksberufen.

Helge Hill (links), Obermeister der Elektrotechnischen Handwerke im Rhein-Erft-Kreis, Lothar Odenthal, stellvertretender Obermeister der Metall-Innung und Kreislehrlingswart Klaus Friedrich (rechts) verteidigten in einer angeregten Diskussion am viel beachteten Gemeinschaftsstand der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft die Ausbildung und Zukunftschancen in den Handwerksberufen.

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Hürth/Region -

Das Goldenberg Europakolleg, Berufskolleg für Technik, Gestaltung und Chemie sowie berufliches Gymnasium und dualer Partner in der handwerklichen Ausbildung, hat naturgemäß in erster Linie die Bildung im Blick. Dass es nach dem individuellen Bildungsabschluss dann ganz handfest weiter geht, wird hier nicht vergessen. So präsentierten sich bei der 21. Hürther Ausbildungsbörse in den Räumlichkeiten und auf dem Außengelände des Goldenberg Europakollegs in Alt-Hürth über 60 Aussteller aus allen beruflichen Sparten.

Neben zahlreichen Industrie- und Handwerksbetrieben aus der Region informierten auch Institutionen wie die Handwerkskammer zu Köln, Polizei, Bundeswehr und die Agentur für Arbeit über berufliche Wege nach Beendigung der Schullaufbahn.

Informieren, beraten, bewerben: Längst hat der Kampf um die besten Talente in der Berufsausbildung begonnen. So auch bei der 21. Hürther Ausbildungsbörse im Goldenberg Europakolleg.

Informieren, beraten, bewerben: Längst hat der Kampf um die besten Talente in der Berufsausbildung begonnen. So auch bei der 21. Hürther Ausbildungsbörse im Goldenberg Europakolleg.

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Wer allerdings noch einen Bildungsgang aufsatteln will, wurde ebenfalls fündig an Informationen. Schüler und Lehrer informierten Jugendliche und ihre Eltern über die vielfältigen Bildungsgänge und Abschlussmöglichkeiten der Schule in den Bereichen Technik, Gestaltung und Chemietechnik sowie über Wege zu Abitur und Fachhochschulreife.

Tüftler zog es in die Sporthalle, in der einige technische Anbieter mit Anschauungs- und Versuchsmaterial bereit standen, während die Beratungsgespräche in der Schule Fahrt aufnahmen.

Höherer Schulabschluss, Ausbildung oder Studium? Der jüngeren Generation stehen offenbar alle Möglichkeiten zu einer attraktiven Berufsbiografie offen.

So jedenfalls schien es beim Betrachten der Werbeaufsteller an den Informationsständen. „Komm zu uns!“, „Starten Sie mit uns durch!“, „Zukunft ist einfach …“, „Wir helfen Ihre Zukunft zu gestalten“, „Wir brauchen Dich“, und ähnliche Appellativa trafen auf ein durchweg interessiertes Publikum, zu dem gar nicht mal wenige Besucher der geburtenstarken Jahrgänge zählten, spekulativ womöglich im Auftrag der eigenen Nachkömmlinge.

Jedenfalls: Nicht wenige Derer dürften sich manches Mal die Augen gerieben haben ob der eindeutig werbenden Botschaften an den Nachwuchs – hatten sie doch ihren eigenen Start ins Berufsleben in Konkurrenz mit viel zu vielen Bewerbern oft ganz anders erlebt.

Das galt auch für Berufssparten, die heute händeringend Nachwuchs suchen. Die geänderte Tonart in der Musik von Moll auf Dur erklärt sich aus demografischer Sicht und aufgrund der allseits beschrieenen Studierwut ganz von selbst. „Bewegen Sie mit uns Deutschland“ bis hin zum devoten: „Dürfen wir uns vorstellen?“ trifft als Botschaft auch auf einen Teil der Jugend, die Studien zufolge zugunsten einer sogenannten Work-Life-Balance bereit ist, auf Geld und sogar auf damit verknüpfte Sicherheit zu verzichten.

Das verleiht den Botschaftsabsorbenten eine gewisse Macht, die sie zu der Frage führt: Was könnt ihr mir bieten?

Eine Vorstellung, die Lust machte, mit den Insidern am Stand im Europakolleg zu diskutieren. Stimmen die alten Images noch? Beispielsweise über die Rahmenbedingungen bei handwerklichen Berufe, Aldi, im Versicherungswesen, bei Banken? Wie sind die Gehaltsaussichten heute? Sind tradierte Berufsbild-Vorstellungen im Zuge der Digitalisierung und Technologisierung womöglich längst schon überholt? Für all diese Fragen nahmen sich die Standbelegschaften Zeit und klärten auf, so dass die Wissbegier gestillt werden konnte, so man sie verspürte.

Klar wurde unter anderem eines: Diese Ausbildungsbörse erwies sich wieder als hervorragender Seismograf des Arbeits- sowie Bildungsmarktes. Der facettenreiche alljährliche Samstag, der unter großem Engagement der Schüler- und Lehrerschaft als Ausbildungsbörse angelegt ist, ist ein großes Plus, insbesondere für junge Suchende und Unentschlossene.