AbteiChor Brauweiler
AbteiChor feiert Jubiläum
- Passend zu seinem 90-jährigen Bestehen hat der AbteiChor so viele aktive Mitglieder wie nie zuvor.
- Foto: Ingrid Tönnessen
Wer kann schon von sich behaupten, mit 90 Jahren immer jünger zu werden? Und immer größer. Und auch noch fitter? Nö, das können nur wenige über sich sagen, aber der AbteiChor aus Brauweiler schon!
Pulheim-Brauweiler (red). Passend zum 90jährigen Bestehens des Chores hat er nicht nur so viele aktive Mitglieder wie nie zuvor – inzwischen singen 93 Sängerinnen und Sänger mit. Man darf auch – analog zum 90. Geburtstag von Miss Sophie - sagen „You’re looking younger than ever!“ Der Chor hat so viele junge Sängerinnen und Sänger wie noch nie. Das ist natürlich toll und macht etwas mit dem Klang und der Energie im Chor. Die Mischung aus Erfahrung der Älteren und Dynamik der jungen Mitglieder ist eine spannende Zusammensetzung. Und dies wird noch kombiniert mit dem jüngsten Chorleiter im Rhein-Erft-Kreis, der gleichzeitig auch noch Regionalkantor ist, mit Torben Schleiden. Wenn das keine interessanten Projekte verspricht…
Wobei, wenn man an die Anfänge des gemischten Kirchenchores schaut, dann waren vermutlich damals nur junge Leute dabei. Chorleiter und Organist Heinz Schnitzler hatte die Idee dazu und legte 1935 kurzerhand die Jungs aus der Knabenchor-Schola mit dem Mädchenchor der Ordensschwestern zusammen. So entstand der Chor aus lauter jungen Menschen. Heinz Schnitzler wurde allerdings später einberufen, kehrte erst einige Jahre später zurück und setze seine erfolgreiche Chorarbeit fort.
1973 übernahm Matthias Palandt den Dirigentenstab und den Orgelschlüssel und ging mit viel Idealismus und vielen neuen Impulsen an die Arbeit. Mit seiner exzellenten Ausbildung legte er den Grundstein für das musikalisch hochwertige Niveau in St. Nikolaus. Er baute den gemischten Kirchenchor weiter aus, gründete einen Kinderchor und führte auch die Orgelkonzertreihe ein. Und mit dem neuen Chorleiter gab es auch einen Aufschwung im Chor. Es kamen immer neue Sängerinnen und Sänger dazu. 1974 gab sich der Chor einen neuen Namen und er heißt seitdem AbteiChor.
Bis 1982 mussten die Sängerinnen und Sänger allerdings sehr flexibel sein, was den Probenraum anging: da wurde mal im Kindergarten, im Jugendheim, in der Sakristei, im alten Pfarrhaus oder in der Michaelskapelle geprobt. Erst mit der Einweihung des Pater-Kolbe-Hauses hatte das ein Ende und seit dem können dort richtig viele Sängerinnen und Sänger ihre Noten schmettern.
Wen soll man neben dem großartigen Chorleiter hervorheben in dieser Zeit? Mit Sicherheit den inzwischen verstorbenen Dr. Fritz Levacher, der insgesamt 27 Jahre Vorsitzender des Abteichores war und damit maßgeblich auch verantwortlich war für zahlreiche Reisen, Chor-Fahrten und Treffen mit anderen Chören. Auch er hat diesen Chor mit geprägt.
Im Oktober 2003 übernahm Michael Utz die Leitung des Chores. Ein junger Kantor mit genauso viel Elan und vor allem musikalischem Anspruch, wie der vorherige. Das sprach sich herum. Und wieder kamen eine Reihe neuer Sängerinnen und Sänger aus anderen Stadtteilen, aus Pulheim, aus Köln und der Region dazu. Die Chorkonzerte zählen seit dem zu den Highlights in der Abteikirche (oder bei den Classic Nights). Egal ob das Stabat Mater oder die Schöpfung von Haydn, das Requiem von Mozart, das Magnificat von Rutter, der Messiah von Händel oder das schon traditionell aufgeführte Weihnachtsoratorium von Bach – die großen Chorwerke studierte er mit dem Chor ein und die Aufführungen, die er mit professionellen Solisten und dem Neuen Rheinischen Kammerorchestern auf die Bühne gebracht hat, waren jedes Mal ein großer Erfolg!
Seit Oktober 2024 hat der Chor nun einen neuen Chorleiter: Torben Schleiden. Mit neuer Energie und neuem Schwung geht es also in das nächste Kapitel der Chorgeschichte. Mit viel Spaß und Gelächter bei den Proben und mit vielen jungen Leuten.
Zum 75jährigen Jubiläum sang der Chor den „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy. In diesem Jahr nun, zum 90. Jubiläum, wird am Samstag, 27. September, der „Paulus“ von Mendelssohn Bartholdy aufgeführt. Warum er dies ausgesucht hat, beschreibt Torben Schleiden so:
„Die Geschichte des Paulus, oder besser gesagt, seine Wandlung „vom Saulus zum Paulus“ mit dem Damaskuserlebnis wird für mich so eindrucksvoll musikalisch dargestellt, dass es beim ersten Hören eine bleibende Erinnerung schafft. Heutzutage, schaut man sich die politische Weltlage an, wünscht man sich wahrscheinlich des Öfteren, dass gewisse Menschen solch eine Wandlung auch in ihrem Leben vollziehen mögen.“
Deshalb passe seiner Meinung nach der „Paulus“ nicht nur wunderbar zum 90. Geburtstag des AbteiChores, sondern könne auch Hoffnung in einer so schwierigen Zeit wie der unseren vermitteln.
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |
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