Ans Licht geholt
Villa Römer zeigt fast Vergessenes

In der Villa Römer wird ein Teil des städtischen Gedächtnisses gezeigt: Noch bis August ist fast Vergessenes zu sehen.
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  • Foto: B. Willumat
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Opladen - Im Keller der Villa Römer liegt in Kisten und Regalen verstaut ein
Teil des städtischen Gedächtnisses: Vereinsflaggen, Fotos,
Veranstaltungsplakate, Gedenkschriften, Orden und mehr. Nun hat die
Stadtgeschichtliche Vereinigung Leverkusen den Keller der Villa
aufgeräumt und mit dem Gefundenen in mühevoller Kleinarbeit eine
Ausstellung zusammengestellt.

Diese schiebt den Vorhang der Leverkusener Geschichte ein Stückchen
beiseite und erlaubt uns den Blick in die Zeit unserer Eltern,
Großeltern und Urgroßeltern. „Schützenvereine waren ein wichtiger
Teil des gesellschaftlichen Lebens“, erläutert Walter Montkwoski,
Mitglied des Vorstands, vor der großen Fahne der Opladener Sankt
Sebastianus Schützen. „Der Verein hat sich aufgelöst, wie so
viele. Doch Einiges, wie die große Standarte, ist erhalten
geblieben.“

In Handarbeit aufgenähte und -gestickte Motive lassen die
Vereinsfahne noch heute prächtig erscheinen. Auch eine frühere
Verwendung in einem Gesangsverein lässt sich anhand eines Aufnähers
festmachen. Bilder von stolz durch die Stadt marschierende Schützen
werden ebenso gezeigt wie „Königsketten“. Interessant ist dabei
die Verwendung des Hakenkreuzes der Nazis während ihrer Herrschaft.
In den frühen 1930er Jahren war es prominent auf den Platten der
Schützenkette platziert, ab dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
rückte es immer mehr als Miniatur an den Rand.

„Eine Interessante Entwicklung, der nachgegangen werden sollte,“
findet Montkowski, der auch für die Präsentation der Kriegervereine,
die zu Beginn des 20. Jahrhunderts populär waren, zuständig ist. In
einem Raum beschäftigt sich die Heimathistorikerin Helga
Kruse-Klemusch mit der Geschichte der Textilindustrie. Als Beispiel
hält sie ein transparent scheinendes Taufkleid mit Stickereien in die
Höhe. Sie hat für die Ausstellung Stoffmuster über Stoffmuster
zutage gefördert. Ganz „oll und zerknautscht“ seien diese
gewesen, bevor Kruse-Klemusch die Muster gewaschen, getrocknet und
gebügelt habe. Nun leuchten farbenfrohe Muster und Webarten wie neu.
„Sie alle kommen aus Fabriken, die ehemals in Schlebusch und
Wiesdorf ansässig waren“, erklärt Kruse-Klemusch.

Informationen:

  • Ausstellung „Ans Licht geholt“[/*]
  • bis Sonntag, 12.
  • August[/*]

  • in der Villa Römer, Haus-Vorster-Straße
  • 6[/*]

  • samstags 15 bis 18 Uhr[/*]
  • sonn- und feiertags 11 bis 16
  • Uhr[/*]

  • Eintritt für Erwachsene vier Euro[/*]
Redakteur:

RAG - Redaktion

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