Traum erfüllt
Ballonfahrt gespürt & gehört

Für Markus Pfeifer (Mitte mit Sonnenbrille), seit Geburt blind, ging ein Traum in Erfüllung: eine Heißluftballonfahrt.
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  • Für Markus Pfeifer (Mitte mit Sonnenbrille), seit Geburt blind, ging ein Traum in Erfüllung: eine Heißluftballonfahrt.
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Nümbrecht - „Das Rauschen der Autos war immer zu hören“, mal lauter, mal
weniger laut, je nach Höhe. Und wenn der Aggerenergie-Heißluftballon
mit Pilot Marcus Strauf tiefer ging, hörte Markus Pfeifer aus
Lüdenscheid die Hallo-Rufe der Menschen. Ein wenig Druck auf den
Ohren spürte er, als es nach dem Start auf 700 Meter Höhe ging.

Und sonst war es sehr ruhig. Spüren, wahrnehmen und hören kann
Pfeifer, aber nicht sehen. Denn er ist seit seiner Geburt blind. Wie
die Welt aus dem Heißluftballon aussah, in welche Richtung es ging,
was zu sehen war, hat ihm „ganz viel Markus beschrieben“, freute
er sich nach der Landung. Für ihn wurde mit der Heißluftballonfahrt
ein Traum wahr.

Zu verdanken hatte er dieses besondere Erlebnis der Anfrage des
Deutsche Blinden und Sehbehindertenverbandes beim Deutschen
Freiballonsport-Verband (DFSV), ob es Möglichkeiten für
Ballonfahrten mit Blinden gäbe. Dem Aufruf des DFSV über Facebook
mit dem Motto „Ballonpiloten erfüllen einen großen Wunsch“
folgten bis Anfang Mai rund 30 Mitglieder-Piloten, die sich bereit
erklärten blinde und sehbehinderte Menschen bei ihren Fahrten
mitzunehmen.

Unter ihnen Marcus Strauf und sein Team. Schon bei den Vorbereitungen
zum Start nahm Strauf Pfeifer an die Hand, probte mit ihm den Einstieg
in den Korb und ging mit ihm einmal um die luftgefüllte, aber noch am
Boden liegende Ballonhülle. Die erspürte Pfeifer sanft mit seinen
Händen.

„Ganz schön groß“, war sein Kommentar. Zu der Fahrt hatten ihn
seine ganze Familie und seine Arbeitskollegin Jutta Malberg mit Sohn
David Kaven begleitet. Die beiden durften als Begleitpersonen
mitfahren.

Bei besten Bedingungen startete der neue und strahlendweiße
Aggerenergie-Ballon am frühen Abend im Nümbrechter Kurpark mit zwei
Begleitballons. „Von der Landung habe ich wenig gemerkt“, war
Pfeifer nach der Fahrt beeindruckt. Den Ballon habe Strauf „sehr
sanft runter gesetzt“, beim kleinen Ort Welsen bei Dürscheid.

Dort halfen die Verfolger – genannt Erdferkel – Rolf Fridrici,
Volker Jonas und Sabine Joest. Gemeinsam mit den beiden anderen
Ballon-Teams fand die Taufe statt.

Jetzt muss Pfeifer seinen Taufnamen auswendig lernen, denn den muss er
bei einer nächsten Fahrt parat haben. Und das hat er sich
vorgenommen: noch einmal mitfahren. Auch für Strauf war diese Fahrt
eine völlig neue Erfahrung.

„Ich habe Sachen erklärt und beschrieben, die für mich und andere
selbstverständlich sind“, sagte er, dankbar für dieses Geschenk
der Selbstverständlichkeiten.

Er war der Erste, der diese besondere Fahrt innerhalb der Aktion,
durchführte. „Ohne Aggerenergie könnten wir das gar nicht
machen“, dankte er für deren Unterstützung.

- Friederike Klein

Redakteur:

RAG - Redaktion

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