Mahnwache in Müngersdorf kommt zu spät
Abriss des Hauses am Lövenicher Weg hat begonnen

Bis in die 1980er-Jahre hatte das Haus Lövenicher Weg 2 unter Denkmalschutz gestanden, dann verschwand das Fachwerk unter dem Putz.
  • Bis in die 1980er-Jahre hatte das Haus Lövenicher Weg 2 unter Denkmalschutz gestanden, dann verschwand das Fachwerk unter dem Putz.
  • Foto: Hermans
  • hochgeladen von Holger Bienert

Müngersdorf (hwh). „Es ist eine große Unruhe in Müngersdorf“, bemerkte Marliese Berthmann von der CDU-Fraktion auf der jüngsten Sitzung der Lindenthaler Bezirksvertretung (BV). Diese Einschätzung bewahrheitete sich, als etwa 50 Bürger trotz nasskalter Witterung zur Mahnwache am Haus Lövenicher Weg 2 zusammenkamen. Obwohl sich die BV einstimmig gegen den geplanten Abriss des drittältesten Hauses im Stadtteil ausgesprochen hatte, war dort ein Bagger angerollt, Bäume wurden gefällt und auch die Rückseite des Gebäudes ist schon von Schrammen gezeichnet.
„Da haben wir eine Erhaltungssatzung für Müngersdorf, wonach der Charakter des Ortskerns nicht verändert werden darf, aber die Verwaltung hält sich nicht daran“, ärgerte sich etwa Harald Schaefer, Vorsitzender des Bürgervereins Müngersdorf. So habe die Verwaltung dem neuen Grundstückseigentümer, der dort nach dem vollständigen Abriss einen viergeschossigen Neubau hochziehen möchte, eine Baugenehmigung erteilt, ohne die Bezirksvertretung zuvor zu informieren. Aber auch der neue Eigentümer habe keine Kenntnis von den Einschränkungen aufgrund der Erhaltungssatzung gehabt.
„Wir sind auch hier, um den Anfängen zu wehren“, so Schaefer. „Denn in Müngersdorf stehen noch einige weitere Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, alte Landarbeiterhäuser. Wir müssen nun befürchten, dass auch die abgerissen werden sollen.“
Dem versucht die BV nun einen Riegel vorzuschieben, indem sie fraktionsübergreifend den Beschluss fasste, die Verwaltung solle sie „bei allen Bauvorhaben, die im Bereich der Erhaltungssatzung von Köln-Müngersdorf stattfinden, frühzeitig“ informieren.
Auf der vorigen Sitzung hatte die BV den Erhalt des jetzigen Gebäudes gefordert, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. Baudezernent Markus Greitemann vertritt die Ansicht, wonach eine Erhaltungssatzung nicht die Höhe und Geschosszahl der künftigen Gebäude vorgebe. Es genüge, wenn sich der Neubau in die architektonische Umgebung einfüge. Dies sei hier der Fall, insbesondere, weil sich der Bauherr unter dem Eindruck der Proteste von Nachbarn bereit erklärt habe, statt eines Flachdachs ein geneigtes Dach aufzusetzen und sich auch bei der Größe und Aufteilung der Fenster an den Nachbarhäusern zu orientieren.

Redakteur:

Holger Bienert aus Pulheim

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