Inzidenz in Leverkusen mit 697 auf Rekordwert
Ab Samstag Maskenpflicht in den drei Fußgängerzonen

Ab dem 15. Januar gilt in den drei Leverkusener Fußgängerzonen werktags die Maskenpflicht.
  • Ab dem 15. Januar gilt in den drei Leverkusener Fußgängerzonen werktags die Maskenpflicht.
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697,7 – das ist der heutige Inzidenzwert für Leverkusen. Allein am gestrigen Donnerstag seien dem Leverkusener Gesundheitsamt 336 bestätigte Corona-Fälle gemeldet worden, ein neuer Höchststand, erklärte Leverkusens Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach in einer Online-Pressekonferenz zur Corona-Lage. „Die Dynamik ist deutlich ablesbar.“

Dr. Martin Oehler, Leiter des Gesundheitsamts, geht davon aus, dass die steigenden Zahlen vor allem auf private Kontakte zurückzuführen sind. „Das sind noch die Auswirkungen der Feiertage“, so Oehler. Und die Omikron-Variante, die deutlich infektiöser ist als die Delta-Variante, tue ihr übriges. „Die fünfte Welle ist Realität‘“, betont der Amtsarzt.

Sorgen bereiten ihm die neuen Quarantäneregelungen, die es erlauben, sich nach sieben Tagen mit einem Schnelltest freizutesten. Doch die Schnelltests haben laut Oehler eine schlechtere Sensitivität als PCR-Tests, zudem schlagen nicht alle Schnelltests auf die Omikron-Variante an.
Die Stadt Leverkusen hatte zuvor auf eine PCR-Abschlusstestung gesetzt, „wir haben tausendfach bewiesen, dass Patienten identifiziert werden konnten, die noch infektiös waren“, verdeutlicht Martin Oehler. Dieses Mittel entfalle nun. Allerdings sei es momentan auch durch die stark steigenden Testzahlen nicht möglich, die PCR-Tests zum Quarantäne-Abschluss durchzuführen, gibt Oehler zu, „das sprengt das System“.

Mitten in der fünften Corona-Welle
Bundesweit kämen Testlabore momentan an ihre Grenzen, Kapazitäten werden aufgestockt. Denn noch ist der Scheitelpunkt der fünften Welle nicht erreicht, Inzidenzen von 1.000 und mehr sind somit laut Oehler „ohne weiteres möglich“. Danach werden die Zahlen allerdings auch wieder schnell sinken. Auch wenn die Omikron-Variante hoch infektiös sei und momentan 39 Prozent der Infektionen ausmachen, sei sie deutlich weniger krankmachend, „das kann einen hoffnungsvoll stimmen“, so Oehler.
Die Letalität, also die Tödlichkeit der Erkrankung, liege bei Omikron bei 0,04 und damit deutlich geringer als bei einer Influenza (Grippe). So liegen in den Leverkusener Kliniken mehr Corona-Patienten, die mit der Delta-Variante infiziert sind, als mit Omikron.
Im Klinikum habe es bisher noch keine Patienten mit der Omikron-Variante gegeben, erklärte Professor Dr. Utz Krug, Ärztlicher Direktor des Klinikums. In den beiden Häusern der Kplus-Gruppe dagegen schon, so Thomas Karls, Kaufmännischer Leiter St. Remigius Krankenhaus Opladen und St. Josef Krankenhaus Wiesdorf, auch Mitarbeiter seien mit der Variante infiziert.
Der Weg aus der Pandemie sei zum einen das Impfen, der zweite die eigene Verantwortung, sich ausreichend zu schützen, betont Dr. Martin Oehler. 50 Prozent der Leverkusener haben bereits eine Booster-Impfung erhalten, „das ist gut, aber noch nicht gut genug".

Maskenpflicht in den Fußgängerzonen
Angesichts der hohen Inzidenz gilt ab morgen, 15. Januar, in den Fußgängerzonen in

  • Wiesdorf (Zentrum, Hauptstraße),
  • Opladen (Fußgängerzone, Kölner Straße sowie Düsseldorfer Straße im Bereich von Berliner Platz/Kreisverkehr bis zur Altstadtstraße/Gerichtsstraße) und 
  • Schlebusch (Fußgängerzone (inklusive Lindenplatz) einschließlich des sich anschließenden Teils der Bergischen Landstraße zwischen Gregor-Mendel-Straße und dem Kreuzungsbereich Herbert-Wehner-Straße/Odenthaler Straße)

werktags jeweils von 10 bis 19 Uhr die Plicht zum Tragen einer medizinischen Maske, teilt die Stadt Leverkusen mit.

Die Maskenpflicht gilt nicht für Kinder bis zum Schuleintritt und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Die medizinischen Gründe sind durch ein ärztliches Zeugnis, welches auf Verlangen vorzuzeigen ist, nachzuweisen. Soweit Kinder vom Schuleintritt bis zum Alter von 13 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske zu tragen. 
Die Pflicht gilt ebenso nicht für Radfahrende oder sonstige Verkehrsteilnehmende, die Radwege oder gemeinsame Fuß-und Radwege zulässigerweise benutzen, solange die Nutzung aktiv stattfindet. Keine aktive Nutzung liegt bei Schieben des Fahrrads vor.
Die Pflicht gilt ebenfalls nicht für Joggende, Walkende usw. Diese müssen während des aktiven Joggens (Walkens usw.) keine Maske tragen. Pausen, Auf- und Abwärmen sowie sonstige Vorbereitungen oder Erholungen zählen nicht zum aktiven Joggen (Walken usw.).

Impfungen

  • Zahl der Erstimpfungen in Leverkusen: 76,8 Prozent
  • Zahl der Zweitimpfungen in Leverkusen: 75,5 Prozent
  • Zahl der Booster-Impfungen in Leverkusen: 50 Prozent

Positive Corona-Schnelltests in den Schulen:

  • Grundschulen: 59
  • Hauptschulen: 12
  • Förderschule: 3
  • Realschule: 26
  • Gymnasium: 52
  • Gesamt/Sekundarschule: 38
  • Berufskolleg: 21

75 Schüler/innen und 0 Mitarbeiter in insgesamt 27 Schulen wurden positiv bestätigt.

Schuldezernent Marc Adomat kündigte an, dass in der nächsten Woche die ersten Luftfiltergeräte für die Schulen geliefert werden. Zunächst 60 pro Woche, ab Mitte Februar dann 120 Geräte pro Woche. Bis Mitte März soll die Stadt dann alle 644 bestellten Luftfilter erhalten haben.

https://www.leverkusen.de/leben-in-lev/corona-info-leverkusen/index.php

Angesichts steigender Fallzahlen könne es vorkommen, dass die Wartezeiten auf PCR-Testergebnisse sich verlängere, so Adomat. Die Stadt arbeitet bei den Testungen in Schule und Kitas mit Synlab zusammen, das Labor soll die Ergebnisse möglichst 24 Stunden nach dem Test mitteilen.
Sollte ein Schüler oder ein Kita-Kind positiv getestet werden, erhalten die Eltern direkt Meldung vom Labor. „Diese müssen sich dann eigenständig in Selbst-Quarantäne geben“, verdeutlicht Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach. Hier habe es in den vergangenen Tagen verstärkt Nachfrage nach „Meldeketten“ gegeben.
Wenn 25 Prozent einer Kita-Gruppe oder einer Schulklasse infiziert sind, werden diese geschlossen und alle Kinder/Schüler müssen zuhause bleiben – auf Anordnung des Gesundheitsamtes.

„Panne“ in der Impfstelle
In der Impfstelle in den Luminaden haben 199 Menschen Impfstoff von Moderna erhalten, dessen Mindesthaltbarkeit zwei bzw. vier Tage abgelaufen war. Das Angebot der Stadt, sich auf Antikörper zu testen, haben laut Amtsarzt Oehler etwa die Hälfte der Geimpften angenommen. Erste Testergebnisse zeigen, so Oehler, Maximalwerte an Antikörpern, ein „Wirksamkeitsverlust“ liege demnach nicht vor.
Zudem gebe es jetzt „zusätzliche Kontrollmechanismen“ in der Impfstelle, so gelte ab sofort bei der Bereitstellung des Impfstoffes das „Vier-Augen-Prinzip".

Leserreporter:

Bettina Willumat aus Leverkusen

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