Nach Lösungen suchen
Elterntelefon bietet Rat und Hilfe für Eltern und Erziehende

Ehrenamtler des Kinderschutzbundes Köln bieten Eltern und Erziehenden Hilfe am Elterntelefon. Hinten links Koordinatorin Claudia Reindl.
  • Ehrenamtler des Kinderschutzbundes Köln bieten Eltern und Erziehenden Hilfe am Elterntelefon. Hinten links Koordinatorin Claudia Reindl.
  • Foto: Kinderschutzbund Köln
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KÖLN - (sb). Der Sohn spielt nur noch am PC und vernachlässigt die
Schule, die Tochter hat Wutanfälle und schlägt, ein geschiedener
Vater kommt mit dem Besuchsrecht nicht klar - die Sorgen und Nöte der
Anrufer sind vielfältig. Seit fünfzehn Jahren bietet das
Elterntelefon bundesweit ratsuchenden Erziehenden Hilfe.

In Köln unterstützen derzeit 16 Ehrenamtler des Kinderschutzbundes
Köln die Anrufer, Lösungen für ihre Probleme zu finden. „Das
Angebot wurde und wird sehr gut angenommen“, berichtete die
langjährige Koordinatorin des Elterntelefons Michaela Lippmann bei
einem Pressegespräch anlässlich des Jubiläums. Im Vergleich sei die
Hauptgruppe der Anrufer mit 40 bis 45 Jahren heute rund zehn Jahre
älter als früher, schilderte sie. „Zunehmend melden sich bei uns
auch Großeltern“, erläuterte Lippmann. Früher seien vorwiegend
Probleme mit kleinen Kindern Thema gewesen, heute ginge es vor allem
um Schwierigkeiten mit Jugendlichen, so Lippmann. „Wir erörtern am
Telefon auch, wer vor Ort helfen kann“, beschrieb sie. Zugenommen
hätten auch die Anrufe von getrennt lebenden oder geschiedenen
Eltern, hier vor allem der Väter, die darunter litten, ihre Kinder
nicht sehen zu dürfen, berichtete sie.
Die Gespräche sind vertraulich und anonym. Die Ehrenamtler werden
sechs Monate intensiv auf ihre Tätigkeit vorbereitet, später werden
sie von Supervisionen begleitet und können an Fortbildungen
teilnehmen. „Wir sind beim Kinderschutzbund sehr gut aufgehoben und
können immer fragen“, schilderte Regine S., die seit der ersten
Stunde als Beraterin dabei ist. Zuerst habe sie gedacht, wie soll das
gehen, in einem Gespräch so große Probleme zu lösen, erzählte sie.
„Aber wenn man konzentriert zuhört, Fragen stellt, baut sich ein
Bild auf. Und mit kleinen Fragen kann man dem Anrufer helfen, selbst
auf Lösungen zu kommen“, beschrieb sie. Auch Elisabeth P., seit
sechs Jahren beim Elterntelefon, macht diese Erfahrung. „Wir nehmen
uns Zeit und können helfen, kleine Lösungsmöglichkeiten zu finden
und das Chaos, das am Anfang eines Gesprächs oft herrscht, ein
bisschen zu ordnen“, sagte sie Die Beraterinnen informieren auch
über weiterführende Hilfsangebote vor Ort. „Oft ist es entlastend,
mit jemand Außenstehenden über die Sorgen und die eigene
Hilflosigkeit zu sprechen. Dadurch, dass die Gespräche anonym sind,
ist es ist ein sehr niedrigschwelliges Hilfsangebot“, erklärte
Claudia Reindl, seit August Koordinatorin des Elterntelefons.
Die Nummer des kostenlosen Elterntelefons lautet: 0800 1110550, zu
erreichen: montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und
donnerstags von 17 bis 19 Uhr, in Köln sogar von montags bis freitags
von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr.
Aktuell wird eine neue Ausbildungsgruppe bis zum Frühjahr 2017
geschult. An einer zukünftigen Mitarbeit interessierte Freiwillige
können sich bei Claudia Reindl für eine neue Schulung unter Telefon
0221/ 57777-0 bewerben. Infos unter www.nummergegenkummer.de

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RAG - Redaktion

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