Kidical Mass 2
Familiäre Demo für fahrradfreundliche Stadt

Mit lautem Klingeln und fröhlicher Stimmung radelten am Wochenende 165 Teilnehmer durch Frechen.
  • Mit lautem Klingeln und fröhlicher Stimmung radelten am Wochenende 165 Teilnehmer durch Frechen.
  • Foto: Johannes Steiger

Über 160 Fahrradfahrer stellten bei der weiten Kidical Mass in Frechen klare Forderungen an Stadt- und Kreisverwaltung für ein fahrradfreundliches Frechen.

Frechen. „Liebe Kinder, wir wissen, wie stolz ihr seid, wenn ihr ganz allein zur Schule fahren dürft“, tönt es aus den Lautsprechern zum Auftakt der Fahrraddemo am Kurt-Bornhoff-Sportpark, „Aber wir haben Angst, weil es keine sicheren, durchgängigen Radwege zur Schule gibt!“ Genau das wollen demonstrierende Familien auf Rädern ändern. Mit lautem Klingeln und fröhlicher Stimmung radeln 165 Teilnehmer durch Frechen. „Verkehrswende statt Lebensende“ und „Die Straße gehört uns auch“, steht auf bunten Schildern. „Ich bin überwältigt von so vielen bunten, fröhlichen Menschen aus allen Generationen, die sich für sicheren Radverkehr in Frechen stark machen“, sagt Phillipp Thomas, zweifacher Vater und Teilnehmer der Demo.

„Hast du in Frechen schon mal so viele Fahrräder gesehen?“, fragt ein Passant und blickt staunend auf die Straße, die vorübergehend für Autos gesperrt ist und von einer lachenden, klingelnden Menge mit Lastenrädern, Anhängern, Kindern auf Rücksitz oder eigenen ersten Kinderfahrrädern befahren wird. „Genau diese Sichtbarkeit ist wichtig!“, sagt Kathrin Kerner, Mitgründerin und Initiatorin der Kidical Mass Frechen. „Fahrräder gehen im Blickfeld viel zu oft unter. Eltern kutschieren ihre Kinder aus Angst vor dem Verkehr mit dem Auto und werden so selbst zur Gefahr auf überfüllten Straßen. Vor allem vor den Schulen sollten die Straßen zu Bring- und Abholzeiten autofrei sein.“ Mit konkreten Forderungen wie diesen, ist das Organisationsteam der Kidical Mass Frechen auch in Verkehrsausschüssen präsent.

Frechen ist bekannt als Autostadt, aber auch als Stadt zahlreicher Familien, die sich eine Verkehrswende für ihre Region wünschen. Begleitet wurde die Demonstration von Mitgliedern des ADFC.

Seit der ersten Kidical Mass im September letzten Jahres hat sich viel getan. Inzwischen haben alle Fraktionen der Stadt Frechen Notiz von den Forderungen junger Familien genommen und verhandeln über Beschlüsse. „Hoffen wir, dass die nächste Landesregierung zügig die Gesetzes- und Verordnungslage für den Radverkehr verbessert!“, sagt Klaus Hillmann, Mitstreiter der Kidical Mass.

Bis dahin werden die Familien nicht müde weiter auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Für Sonntag, d25. September ist bereits die nächste Kidical Mass in Planung. Denn auch wenn die ersten Steine ins Rollen kommen, ist es wichtig, sichtbar zu bleiben, solange die Situation für Kinder auf Rädern in Frechen derart unsicher ist.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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