Goldener Laufherbst 2021
Medaillenregen für Hakim El Makrini aus Frechen

Dank seines genau getakteten Lauftrainings mit Kraft, Stabilisations- und Koordinationsübungen ist Hakim El Makrini (weißes Laufshirt) aktuell in Topform. Innerhalb weniger Wochen erlief sich der 46-Jährige mehrere Medaillen bei bundesweiten Laufwettbewerben.
  • Dank seines genau getakteten Lauftrainings mit Kraft, Stabilisations- und Koordinationsübungen ist Hakim El Makrini (weißes Laufshirt) aktuell in Topform. Innerhalb weniger Wochen erlief sich der 46-Jährige mehrere Medaillen bei bundesweiten Laufwettbewerben.
  • Foto: El Makrini

Der Frechener Hakim El Makrini kann in diesem Jahr mit einigen Lauferfolgen aufwarten. Der 46-jährige Bauingenieur hat im Abstand von wenigen Wochen zwei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei Deutschen Laufmeisterschaften in seiner Altersklasse geholt. Die nationalen Meisterschaften waren von Hamburg bis München quer über das gesamt Bundesgebiet verteilt.

Frechen (lk). Aufgrund der Pandemiesituation haben in der gesamten ersten Jahreshälfte Laufwettkämpfe und Meisterschaften kaum stattgefunden. Alle Meisterschaftswettkämpfe, die sonst über das ganze Jahr verteilt liegen, wurden in diesem Jahr in den Herbst verlegt und waren terminlich alle, teilweise mit nur einer Woche Abstand, dicht beieinander.

Trotz der teilweise sehr kurzfristigen Bekanntgabe von Austragungsterminen, ließ es sich der Frechener nicht nehmen, bei allen angekündigten Meisterschaften zu starten. Schnelle Zeiten oder Bestzeiten standen bei diesen Meisterschaftsrennen nicht im Vordergrund. Aufgrund der sehr nah beieinander liegenden Wettkämpfe war das oberste Ziel hier, mit so wenig Krafteinsatz wie möglich, das maximale an Platzierung bei den Meisterschaftsrennen zu erreichen. Dies ist Hakim El Makrini gelungen. Der für den jungen Verein „Milers Colonia eV 2020“ startende Frechener, bestritt sein erstes Meisterschaftsrennen Mitte September unter strengen pandemiebedingten Sicherheitsauflagen in Baunatal bei Kassel. Hier sicherte er sich bei den deutschen Seniorenmeisterschaften auf der 5.000 Meter Strecke, mit einer Zeit von 16 Minuten und 19 Sekunden. Seine erste Deutsche Goldmedaille in diesem Jahr.Just in dieser Woche wurde überraschend vom deutschen Leichtathletik-Verband verkündet, dass die deutschen Marathonmeisterschaften drei Wochen später in München ausgetragen würden. Aufgrund seiner Form entschied sich El Makrini spontan dafür in München mit tausenden weiteren Startern an den Marathonstart zu gehen. Da genau eine Woche später die deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Hamburg schon länger im Laufkalender standen und der Marathonläufer auch hierfür schon gemeldet war, war in München die klare formulierte Zielsetzung die Platzierung und nicht die Zeit. Um Kräfte zu sparen und den Körper für die nächste Woche zu schonen, war daher ein kontrolliertes Laufen in München angesagt. Diese Entscheidung wurde mit der Goldmedaille in einer Zeit von 2 Stunden und 40 Minuten belohnt.

Beflügelt mit dem Titel „deutscher Marathonmeister“ konnte er eine Woche später, bei leicht windigem und bedecktem Wetter, in Hamburg das Meisterschaftsrennen im Halbmarathon bestreiten. Er wollte auch hier nicht mehr als erforderlich für den angestrebten Titel investieren, da zwei Wochen später ein weiteres hartes Meisterschaftsrennen anstehen würde.

Mit der Gewissheit auf dem ersten Platz in seiner Altersklasse zu liegen, lief Hakim El Makrini von Beginn an wieder ein kontrolliertes und kraftschonendes Rennen. Aufgrund des unübersichtlichen und großen Teilnehmerfeldes entging dem Frechener aber ein Mitfavorit, der ihn zwischenzeitlich überholt hatte. „Hier hätte es zumindest sonst einen spannenden Wettkampf um den Titel gegeben“, ist El Makrini überzeugt. Im Zielbereich wich der erste Ärger über seine Unaufmerksamkeit aber ganz schnell der Freude über die Silbermedaille und den deutschen Vizemeistertitel im Halbmarathon.

„Das ist halt Sport, da zählt nicht nur Leistung, sondern es gehört auch immer ein Quäntchen Glück dazu“, so der gebürtige Marokkaner der seit über 25 Jahre die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Das erneute Kräftemessen zwischen den beiden mit favorisierten Topläufern erfolgte tatsächlich in dem zwei Wochen später stattfindenden 10 Kilometer Wettkampf in Uelzen in der Lüneburger Heide. Dort fast die gesamte deutsche Laufelite noch mal für die Austragung der deutschen Straßenmeisterschaft auf der 10 Kilometer Strecke zusammen. Auf einem 2 Kilometer Rundkurs konnte der Sportler aus Frechen nochmal zeigen in welcher guten Laufverfassung er sich befand. Er holte sich mit einer Zeit von 33:14 Minuten den Vizetitel vor seinem Laufkonkurrenten aus dem Hamburger Rennen.

Den letzten Podestplatz des Jahres sicherte sich Hakim El Makrini bei den deutschen Crossmeisterschaften. Hier holte er sich, nur eine Sekunde hinter dem Zweitplatzierten, die Bronzemedaille. „Crosslauf ist eigentlich gar nicht mein Ding, es sollte eher eine Spaßveranstaltung werden“, so der Frechener. Dass es trotz der deutschlandweit angereisten starken Konkurrenz doch noch für einem Podestplatz reichte, sei eine „glückliche Überraschung zum Jahresabschluss“.

Der frisch gebackene deutsche Marathonmeister erklärt, dass solche Erfolge in erster Linie nur über harte Arbeit und Begeisterung für den Laufsport zu erzielen seien.

„Bei dem Leistungsniveau sind neben den täglichen spezifischen Laufeinheiten, insbesondere zur Verletzungsprävention, auch regelmäßig Kraft, Stabilisations- und Koordinationsübungen erforderlich.“ Das Zeitmanagement in Form eines strikten und durch getakteten Trainingsplans ist für den dreifachen Familienvater daher unabdingbar.

Im Lebensalltag der Familie El Makrini spielt der Sport eine wesentliche Rolle. Die beiden Söhne sind in unterschiedlichen Sportarten erfolgreiche Kader-Sportler. Der älteste Sohn Younes auch schon mehrfach bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften erfolgreich angetreten und teilt die Laufleidenschaft seines Vaters. „Da alle in der Familie für den Sport brennen, sich gegenseitig unterstützen und Verständnis füreinander aufbringen, bekommt man die vielen Trainingseinheiten im gemeinsamen Wochenplan gut untereinander kombiniert“, so sein Vater.

Neben der Arbeit, dem Sport und der Familie ist der leidenschaftliche Marathonläufer gerne in seinem Gemüsegarten aktiv. Für eine kurze Auszeit von dem doch sonst sehr lebhaften und bewegten Sport- und Lebensalltag, findet der Hobbygärtner dort immer die nötige Ruhe und Entschleunigung.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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