Es stammt aus Russland
Dieses Video zeigt keinen randalierenden Mann in Regensburg

In Sozialen Netzwerken kursieren Aufnahmen, die angeblich einen russenfeindlichen Vorfall in Regensburg zeigen. Doch die Aufnahmen sind weder aktuell, noch stammen sie aus Deutschland.

  • BEHAUPTUNG

Ein Video zeige einen Mann, der in einem Geschäft mit russischen Produkten in Regensburg randaliere.
Aufgestellt von: Beiträge in Sozialen Netzwerken
Datum: 22.03.2022

  • BEWERTUNG

FALSCHER KONTEXT
Über diese Bewertung
Das Video ist weder aktuell, noch zeigt es einen Vorfall in Regensburg. Es stammt aus dem Jahr 2019 und zeigt einen Vorfall in der russischen Stadt Uljanowsk.

Triggerwarnung: Einige Links in diesem Beitrag führen zu Bildmaterial, das Gewalt zeigt.

In Sozialen Netzwerken, zum Beispiel auf Twitter und Telegram, kursiert ein Video, das angeblich einen randalierenden Mann in einem Supermarkt mit russischen Waren in Regensburg zeigt. Einige der Beiträge suggerieren, der Fall sei ein Beispiel für Russenfeindlichkeit in Deutschland. Das Video ist jedoch alt und stammt gar nicht aus Deutschland.

In dem 23-sekündigen Video ist ein Mann zu sehen, der Dosen aus einem Regal auf den Boden wirft. Ein anderer Mann prügelt dann auf ihn ein. Die verschwommene Aufnahme liefert, außer der Einblendung „Mix Markt Regensburg“, jedoch keinen Hinweis auf den Standort.

Der Supermarkt im Video ist in Russland – es stammt von 2019

Um die Standortangabe zu überprüfen, haben wir einen Screenshot der ersten Sequenz des Videos gemacht und per Bilderrückwärtssuche in der russischen Suchmaschine Yandex gesucht. Die Suche lieferte Ergebnisse aus dem Jahr 2019, unter anderem von einer russischen Nachrichtenseite.

Laut dem Beitrag ereignete sich der Vorfall, der im Video zu sehen ist, am 25. März 2019 in einer Filiale der Einzelhandelskette „Magnit“ in der russischen Stadt Uljanowsk. Das bestätigen weitere russische Berichte. Auch auf Youtube wurde das Video schon 2019 hochgeladen. Die Aufnahme zeigt also keinen aktuellen Vorfall in Regensburg.

Einen Überblick mit allen Faktenchecks von uns zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

Stand vom 24. März 2022.Mögliche Änderungen oder Aktualisierungen finden Sie hier im Originalartikel

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