Haus Carstanjen ist Kommunikationszentrum
UN werben für die Ziele der Menschheit

Das Haus Carstanjen am Bonner Rheinufer: Zentrum der Kommunikation für die Nachhaltigkeitsziele der UN.
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Bonn - Wem nützt es? Da gibt es einen wunderbaren Film. Und keiner will
ihn sehen. Das dachten sich auch die Vereinten Nationen (UN). Und
erdachten eine Kampagne, ein Marketing-Tool, um die neuesten globalen
Ziele der Menschheit, in Paris paraphiert, erfolgreich zu
kommunizieren: "wir wollen, dass jedermann und jedefrau weiß, was die
Ziele beinhalten. Sie versteht. Und sie für sich annimmt." Der
Direktor der Kampagne, Mitchell Toomey, ist weltweit unterwegs. In
Bonn, dem ehrwürdigen Haus Carstanjen, aber ist sein
Headquarters.

Hier ein Werkstattblick. Gemeinsam mit der Staff-Uni, der
UN-Fortbildungseinheit, arbeiten hier 10 Teammitglieder an der
Umsetzung der Kampagne. "Zunächst wollen wir Awareness schaffen, dann
das Engagement für die Ziele", sagt Mitchell Toomey. Das funktioniert
nach dem klassischen AIDA-Marketing-Muster: Um ein Produkt am Markt
durchzusetzen, musst du zunächst Aufmerksamkeit ("Awareness")
schaffen. Dann Engagement (Interest). Dann die Entscheidung (Decision)
für den Kauf. Und dann, endlich und schließlich, die Umsetzung
(Action).

Momentan ist alles auf Erzielen von Aufmerksamkeit gerichtet. "Wir
haben viel Arbeit in einfache Beispiele, in einfache
Darstellungsformen gelegt, damit wir verstanden werden." Da gibt es
Statistiken, die belegen, wie im Endausbau der laufenden weltweiten
UN-Umfrage bis Ende 2017 2 Milliarden Menschen ihre Zukunft sehen. Und
Geschichten, die die Statistik lebendig werden lassen. Wenn etwa eine
Frau erzählt, wie sich Gleichberechtigung für sie im Alltag
auswirkt. Oder wie ein Bauer sagt, wie er mit seiner Armut fertig
wird. Das erklärt die Ziele einfacher, als sie mit bloßen
Statistikdaten anzureichern.

Im globalen Bonner Kommunikationszentrum gibt es ein Fernsehstudio:
"Das nutzen wir zur weltweiten Kommunikation der Ziele", ist Mitchell
Toomey stolz. Bonn ist also nicht nur ein Hort der
Nachhaltigkeitsziele, von hier aus erfolgt auch die weltweite
Kommunikation. Dazu werden auch ungewöhnliche Mittel genutzt. Um etwa
zu belegen, wie schön die Erde ist, wird schon mal eine VR-Brille
(Virtual Reality) bemüht. Setzt man die auf, glaubt man sich im
Raumschiff Enterprise unterwegs durch die Galaxis reisend. Und die
Erde mit ihren Schönheiten bewundernd. Fast wie im richtigen Leben.

"Wir haben festgestellt, dass wir bei unseren letzten Kampagnen einen
Top-down Prozess gewählt hatten", so Toomey. "Das war falsch.
Menschen erreicht man immer von unten nach oben, und nicht umgekehrt.
Deshalb ist es wichtig und richtig, wie wir jetzt vorgehen."

Zur Erreichung der Ziele müssen alle zusammenarbeiten: Staaten,
Regierungen, Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen, einzelne
Menschen. "Es beteiligen sich im Rahmen von Partnerschaften für die
Ziele in Bonn auch die Telekom und DHL", freut sich Mitchell Toomey.
Der sich als global Reisender ohnehin in Bonn wohl fühlt: "Bonn ist
der ideale Ort, um an der erfolgreichen Verwirklichung der
Nachhaltigkeitsziele zu arbeiten", sagt er.

Hier nochmal die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, deren
Kommunikationsstrategie ab  2017 in die Welt hinaus gehen wird:

Keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige
Bildung, Geschlechter-Gleichheit, sauberes Wasser und
Sanitäreinrichtungen, bezahlbare und saubere Energie,
menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation
und Infrastruktur, wenige Ungleichheiten, nachhaltige Städte und
Gemeinden, nachhaltiger Konsum und Produktion, Maßnahmen zum
Klimaschutz, Leben unter Wasser, Leben an Land, Frieden, Gerechtigkeit
und starke Institutionen, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Mögen die Ziele Realität werden. Daran ist jeder beteiligt. Die UN
zeigen in ihrer Kampagne auch Beispiele dafür, wie jeder ganz konkret
in seinem privaten Umfeld dazu beitragen kann. Noch mal Mitchell
Toomey: "Wir wollen die Weltbevölkerung aktivieren. Und die Ziele
auch jungen Menschen so kommunizieren, dass sie wissen: "Das geht mich
an. Das kann ich tun."

- Harald Weller

Redakteur:

RAG - Redaktion

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