BENNEMANNs BLOG
Schon blöd, wenn an deinem Stuhl gesägt wird

Mir ist aufgefallen, dass ich letztens gar nicht erwähnt hatte, in welcher Schlange ich mich mal wieder rumgetrieben, ich mal wieder rumgestanden habe. Und das stimmt so auch nicht, weil, Stichwort Einkaufswagen: Ich habe da jetzt auch immer einen Klappstuhl dabei - für Wenn-es sich-mal-endlos-Hinzieht. Also neulich hats mal wieder so was von lange gedauert, dass ich tatsächlich meinen Klappstuhl ausgepackt habe.

Apropos Stuhl: Da gab es doch kürzlich in der Presse folgende Schlagzeile zu lesen: Die Mitnahme eines Bürostuhls ins Homeoffice rechtfertigt keine fristlose Kündigung. Und weiter: Das Arbeitsgericht Köln hat am Dienstag der langjährigen Justiziarin des Erzbistums Köln Recht gegeben. Die Mitarbeiterin hatte zu Beginn der Corona-Pandemie einen ergonomischen Bürostuhl mit nach Hause ins Homeoffice genommen und war deswegen entlassen worden. Dies dürfe nicht zur fristlosen Kündigung führen, da es allenfalls eine Pflichtverletzung sei, begründete das Gericht seine Entscheidung. In der konkreten Situation 2020, nach relativ frischem Ausbruch der Corona-Pandemie, sei es turbulent zugegangen. Da habe auch die Arbeit in einem Homeoffice zunächst einmal organisiert werden müssen. Das müsse man berücksichtigen. Der Argumentation des Erzbistums, der Stuhl habe aber erheblichen Wert und dies habe die Justiziarin nicht so einfach machen dürfen, folgte die Kammer nicht. Brisant bei dem Ganzen ist die Kündigung, weil die Justiziarin mehr als zehn Jahre auch mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Erzbistum beschäftigt gewesen ist! Mit den daraus resultierenden psychischen Belastungen sei sie vom Erzbistum alleine gelassen worden. Ich kann nur sagen, da kann ich die katholische Kirche natürlich so was von verstehen. Jetzt, wo so viele Menschen ausgetreten sind, dass die da auf jeden Cent schauen müssen!

Wo war ich? Ach ja, sitzend, wartend in der Warteschlange, im Freien frierend mit Maske, weil mal wieder Einigkeit darüber bestand, dass. Wo ich gerade bei Stühlen und Masken bin. Welche Schlagzeile ich auch gelesen habe: Ärger über TikTok-Trend - Schüler sägen Stühle mit Coronamaske an. Ein Trend auf der Internet-Plattform TikTok verursacht hohe Kosten an Schulen: Weltweit beschädigen Schüler ihre Stühle – mit den Gummibändern ihrer Coronamasken. Allein an einem Würzburger Gymnasium sind nun 25 Stühle kaputt. Kaputte Stühle, damit haben auch verschiedene Schulen in Unterfranken zu kämpfen. Grund dafür ist ein aktueller TikTok-Trend. Auf der Plattform sieht man Schüler verschiedenster Nationen, wie sie mit den Bändern der Corona-Masken Stühle kaputt machen. Im Würzburger Wirsberg-Gymnasium wurden die Eltern per Brief über die Sachbeschädigungen informiert. Auch weitere Gymnasien haben dem BR angesägte Stühle bestätigt. "Wir sind alles andere als amused", sagt Michael Schmitt, der Schulleiter des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg, im BR-Interview. Demnach wurden bisher 25 kaputte Stühle festgestellt. Dass man mit Gummibändern von Corona-Masken Stühle ansägen kann, wäre auch für die Schulleitung neu gewesen: "Wir sind überrascht und tatsächlich ein stückweit fasziniert davon, dass man das tatsächlich machen kann", so der Schulleiter. Sobald man die erste Kerbe eingesägt habe, komme man offensichtlich bei einem Kunststoffstuhl relativ leicht voran: "Aber es braucht schon ein bisschen Kondition und Zeit." Schulleiter Schmitt sagt, die Stühle seien nicht im Unterricht angesägt worden, sondern zwischen den Stunden und in den Pausen: In Corona-Zeiten seien die Klassenzimmer weitgehend für die Schülerschaft offen zugänglich. Etwa 20 Personen seien ermittelt worden – vor allem Schüler aus der 8. Jahrgangsstufe, einige Mädchen seien auch dabei, so der Deutschhaus-Schulleiter. Bei Befragungen zeigten die Betroffenen demnach "große Einsicht und Reue" und erklärten, sie hätten aus Neugier gehandelt und beim Ausprobieren nicht daran gedacht, dass "so ein Stuhl 80 bis 100 Euro kostet". Der Sachaufwandsträger, der Landkreis Würzburg, wird wohl auf dem Schaden sitzen bleiben, vermutet Deutschhaus-Chef Schmitt: "Die Tatsache, dass die Schüler das gemeinschaftlich – zu dritt oder viert, und jeder nur einen Zentimeter – gemacht haben, das zeigt ja schon, wie problematisch es ist, irgendeinen Schadenersatz von den Eltern einzufordern". (Guter Tipp: Wenn du Scheiße baust, immer zu mehreren! Und, was obendrein die Sache noch sicherer macht, was das Strafmaß betrifft: möglichst betrunken sein, wenn du Scheiße baust! Und nur, damit du Bescheid weißt: Ich habe ernsthaft nach einem Synonym für Scheiße bauen gesucht. Hallo, Mist bauen geht gar nicht!) Abschließend sagt Direktor Michael Schmitt, er wäre schon "sehr glücklich, wenn das Sägen nun ein Ende hätte." Ich kann nur zutiefst hoffen, dass da nicht wieder Schulen in katholischer Trägerschaft betroffen sind. Was da auch wieder an Kosten für neue Stühle entstehen!

So, genug in der Schlange gelebt! Ich war dran! Einfach schlechtes Timing von mir, Anfang Januar. Ich hab mir jetzt angewöhnt, und fahre jeden Tag mal zu unterschiedlichen Uhrzeiten vorbei, um zu schauen, wann es günstiger gewesen wäre. Gestern zum Beispiel, kein einziger wartender Mensch! Ich bin dann einfach mal spontan rein und habe mir in aller Ruhe, obwohl ich ja momentan gar keinen Bedarf habe. Weil, Anfang Januar hatte ich mich ja, nachdem ich gefühlt stundenlang vor meiner Auerberger Postfiliale angesessen hatte, aus aktuellem Anlass. Das ist ja immer ein Hantier, wenn die das Porto erhöhen! Ich habe noch etliche 60iger und 80iger- Briefmarken in der Schublade, die ich jetzt mit diesen 5-Cent- und 10-Cent-Ergänzunsmarken für Karten und Briefe aufpimpen muss. Immerhin, als Motiv keine alten Männerköpfe sondern Blumen, Phlox und Winterling.

Und gestern habe ich mir einfach mal sämtliche neuen Briefmarken zeigen lassen und so getan, als ob ich ernsthaft überlege, mit dem Briefmarken-Sammeln anzufangen.

Leserreporter:

Adelheid Bennemann aus Bonn

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