Bedburger Bilderbogen
Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart

Einen Bildband mit 500 Fotos haben Manfred Martin (links) und Viktor Steffens zusammengestellt.
  • Einen Bildband mit 500 Fotos haben Manfred Martin (links) und Viktor Steffens zusammengestellt.
  • Foto: Markus Clemens
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Bedburg - Besonders viele junge Bedburger dürften heute kaum noch wissen, dass
die Stadt einst drei große Industrieunternehmen beherbergt hat, in
der Tausende Menschen eine Arbeit fanden. Bis zu 1.250 Personen waren
alleine in den Linoleumwerken beschäftigt, bis zu 1.000 in der
„Bedburger Wolle“. Bis 1997 – dies war das Jahr der letzten
Kampagne – gab es im Bereich des heutigen Realmarktes eine große
Zuckerfabrik. Damit, aber auch mit der Entwicklung der ganzen Stadt in
den vergangenen Jahrhunderten beschäftigt sich der Bildband
„Bedburg – Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart – Vom
Linoleumwerk bis zum Sandberg“, das Manfred Martin und Viktor
Steffens nun in dritter Auflage veröffentlicht haben.
Ein gutes halbes Jahr haben beide gebraucht, um den Band mit seinen
500 Fotos zu bestücken. „70 historische Fotos wurden bislang noch
nie gezeigt“, sagt Manfred Martin. Von der ersten bis zur dritten
Auflage ist das Werk von 88 auf 131 Seiten und von 333 auf knapp 500
Bilder angewachsen. „Die meisten Bewohner von Bedburg können sich
heute nicht mehr vorstellen, wie unsere Stadt früher einmal
ausgesehen hat“, schreiben beide in ihrem Vorwort. Ihr Buch ist
deshalb genau die richtige Lektüre für eine Reise durch die Stadt
und ihre reiche Geschichte.
Neben der Geschichte der drei großen und schon lange verschwundene
Industrieunternehmen beginnt die Reise am Bedburger Bahnhof, der einst
das Bahnhofsrestaurant beinhaltete. Neben der Präsentation der
historischen Bilder haben beide Autoren neue Fotos daneben gestellt.
Zudem haben sich Martin und Viktor Steffens, der frühere Leiter der
Bedburger Hauptschule, bei vielen Bedburgern um alte Aufnahmen
bemüht. So konnen sie ebenfalls die Entwicklung und die
Veränderungen der Bahnstraße und der gesamten Innenstadt
dokumentieren.
Auf zahlreiche Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verweisen beide
ebenfalls. Ein Bild etwa zeigt die Christophorusbrücke vor ihrer
Zerstörung, ein anders ihren Wiederaufbau. Bilder der Villa
Silverberg – Adolf Silverberg war Gründer der Bedburger Wolle –
zieren den Bildband ebenfalls. So war das Gebäude, das einst dort
stand, wo später der Toom-Markt errichtet wurde, ab 1913
Bürgermeisteramt, dann Internat und schließlich Progymnasium. Es
wurde ebenfalls im Krieg zerstört.
Nur die älteren Bedburger können sich noch an das Drama erinnern,
das sich am 28. Februar 1967 ereignet hatte. Der Turmhelm der
St.-Lambertus-Kirche wurde durch eine Sturmböe abgerissen.
Von den herabstürzenden Teilen wurde Hubert Trimborn, der in seinem
Auto vor der Kirche parkte, erschlagen. „Meine Frau hat das damals
als Augenzeugin verfolgen müssen“, erinnert sich Steffens noch
heute.
Wer einmal auf Zeitreise durch Bedburg gehen möchte, kann das Buch ab
sofort im Fotogeschäft von Manfred Martin an der Lindenstraße
erwerben. „Ein vierter Bildband“, dies teilen Martin und Steffens
mit, „ist nicht mehr geplant“.

- Markus Clemens

Redakteur:

RAG - Redaktion

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