Lauf für den guten Zweck
Wette mit Herz und Haltung

Bezirksbürgermeister Michael Wenzel begrüßte Andreas Forster auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg.  | Foto: as
  • Bezirksbürgermeister Michael Wenzel begrüßte Andreas Forster auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg.
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Bad Godesberg (as). Eine Wette mit Sinn – das war die Idee hinter einem außergewöhnlichen Spendenlauf, der am 11. Oktober in Bad Godesberg endete. 250 Kilometer zu Fuß für den guten Zweck: Mit dieser Aktion erfüllte der Emsdettener Andreas Forster nicht nur eine alte Wettschuld, sondern sammelte zugleich Spenden für das Hospiz „Haus Hannah“ in seiner Heimatstadt.

Die Geschichte begann sieben Jahre zuvor: Kurz vor dem Brexit hatte Forster mit einer Kollegin gewettet, das Vereinigte Königreich werde in der EU bleiben. Für den Fall einer Niederlage versprach er, von Warendorf nach Bad Godesberg zu laufen und dabei „Hoch auf dem gelben Wagen“ auf Serbokroatisch zu singen. Nach dem tatsächlichen EU-Austritt blieb die Wette offen – doch vergessen wurde sie nicht.

Als Forsters Kollegin Jutta, die die Wette mitverfolgt hatte, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte und ihre letzten Wochen im „Haus Hannah“ verbrachte, bekam die alte Spaßwette eine tiefere Bedeutung. Jutta, bekannt als lebensfrohe Vermittlerin zwischen Menschen, inspirierte Forster, seinen Lauf dem Hospiz zu widmen.

Im Frühjahr informierte Forster den Bad Godesberger Bezirksbürgermeister Michael Wenzel über sein Vorhaben. Nach 250 Kilometern und zahlreichen Begegnungen auf dem Weg erreichte er am 10. Oktober sein Ziel. Am Tag darauf wurde er von Wenzel auf dem Theaterplatz empfangen – dem symbolischen Endpunkt seiner Reise.

Mit seinem Lauf wollte Forster nicht nur Spenden sammeln, sondern auch Bewusstsein schaffen: für die oft verkannten Aufgaben der Hospizarbeit. Sie ermögliche nicht nur Sterbenden ein würdiges Leben bis zuletzt, sondern gebe auch den Angehörigen Halt und Begleitung im Abschiednehmen. „Wettschulden sind Ehrenschulden“, sagt Forster – und seine eingelöste Wette wurde zu einer berührenden Geste der Menschlichkeit.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg

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